Verstehen Sie die Gründe und erkunden Sie die Möglichkeiten.

Nachstehend erfahren Sie mehr darüber, welche Faktoren die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern beeinflussen. Im Folgenden sind die häufigsten Ursachen für Fruchtbarkeitsprobleme aufgeführt.

Welche Faktoren wirken sich auf die Fruchtbarkeit von Frauen aus?

Es gibt drei Bereiche, in denen Probleme auftreten können und die es erschweren, schwanger zu werden. Allerdings ist diese Liste nicht vollständig und möglicherweise kann Ihre persönliche Situation nicht in eine dieser Kategorien eingeordnet werden:

Hormonprobleme

  • Anovulation

    Die Ovulation (Eisprung) wird durch Ihre Fruchtbarkeitshormone gesteuert. Wenn also Ihr Hormonspiegel aus irgendeinem Grund gestört ist, so kann sich dies auf die Ovulation auswirken. Ein Zeichen dafür kann beispielsweise eine unregelmäßige oder das Ausbleiben der Periode sein. Möglicherweise haben Sie nicht in jedem Zyklus einen Eisprung.

    Hormonelle Störungen, die sich auf den Eisprung auswirken, können von vielen Faktoren abhängen. Dazu zählen starke Gewichtsveränderungen, Stress, anstrengender Sport und Krankheiten. Wenn Sie anhand des Clearblue Fertitlitätsmonitors oder dem Clearblue Digital Ovulationstest mit dualer Hormonanzeige nicht Ihre fruchtbarsten Tage bestimmen oder für 3 aufeinanderfolgende Zyklen mit Ovulationstests keinen LH-Anstieg feststellen können, sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden.

  • Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS)

    PCOS bedeutet, dass eine Frau mehrere Zysten an Ihren Eierstöcken hat und ein hormonelles Ungleichgewicht herrscht. Ihr Arzt kann das PCOS mit einem Bluttest feststellen. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Arzt und lassen Sie sich beraten. Zu den Symptomen zählen Gewichtszunahme, übermäßiger Haarwuchs sowie Probleme, schwanger zu werden.

  • Kurze Lutealphase

    Ist der Zeitraum zwischen Ihrem Eisprung und dem Beginn Ihrer nächsten Periode zu kurz (kürzer als 10 Tage) kann dies bedeuten, dass Sie zwar schwanger werden können, aber dass die befruchtete Eizelle abgestoßen wird, bevor Sie sich in der Gebärmutterschleimhaut einnisten kann. Dies können Sie feststellen, wenn Sie einen Ovulationstest oder Fertilitätsmonitor verwenden – zählen Sie die Tage zwischen Ihrem zweiten fruchtbarsten Tag und dem Beginn Ihrer Periode. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, da eine zu kurze Lutealphase behandelbar ist.

  • Frühe Menopause

    Sobald Sie in der Menopause sind, ist eine Schwangerschaft nicht mehr möglich. In der Zeit vor der Menopause (die Perimenopause) kann es sehr schwierig sein, schwanger zu werden. Wenn Ihre Mutter früh in die Menopause kam, besteht auch bei Ihnen eine höhere Wahrscheinlichkeit dafür. Aus diesem Grund sollten Sie herausfinden, in welchem Alter Ihre Mutter in die Menopause kam. Wenn sie früh in die Menopause kam, sollten Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Pläne Familienplanung sprechen.

Probleme mit den Eileitern

Eine Blockade Ihrer Eileiter verhindert, dass Sperma die Eizelle erreichen kann.

Unbehandelte Chlamydieninfektion

Die häufigste Ursache für eine Blockade der Eileiter ist eine unbehandelte Chlamydieninfektion. Bei Chlamydien handelt es sich um häufig auftretende Infektion, die durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen wird. Manche Frauen sind sich überhaupt nicht bewusst, dass Sie jemals eine Chlamydieninfektion hatten, da häufig keine Symptome auftreten. Wenn die Möglichkeit besteht, dass Sie eine Chlamydieninfektion gehabt haben, sollten Sie bei Ihrem Arzt einen Test durchführen lassen.

Myome der Gebärmutter

Hierbei handelt es sich um anormale Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur, die zu einer Blockade der Eileiter führen können oder verhindern, dass eine befruchtete Eizelle sich einnisten kann. Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Arzt und lassen Sie sich beraten.

Endometriose

Bei der Endometriose wächst die Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter. Dadurch kann es zu einer Blockade der Eileiter und somit zu einer Verhinderung der Befruchtung kommen. Endometriose kann auch der Grund für sehr starke und/oder sehr schmerzhafte Perioden sein. Sie kann medikamentös oder durch operatives Entfernen des überschüssigen Gewebes behandelt werden. Ihr Arzt kann Sie hierzu ausführlich beraten.

Weitere Faktoren

Vaginale Trockenheit ist stärker verbreitet als man zunächst annehmen könnte. Studien, die in 11 Ländern mit 6.725 Frauen durchgeführt wurden, haben ergeben, dass bis zu 18 % der Frauen zwischen 18 und 34 Jahren immer oder in der Regel unter vaginaler Trockenheit leiden. Dies kann durch „Geschlechtsverkehr, der darauf abzielt ein Kind zu zeugen“ noch verstärkt werden. Manche der handelsüblichen Gleitmittel (und sogar Speichel) können sich auf die Spermienqualität auswirken. Aus diesem Grund sollten Sie ein spermienfreundliches Gleitmittel verwenden. Um schwanger zu werden, müssen Sie vor und/oder am Tag Ihres Eisprungs ungeschützten Geschlechtsverkehr haben. Daher sollten Sie alle paar Tage Geschlechtsverkehr haben. Allerdings finden viele Paare diese Vorgehensweise nicht sehr reizvoll. Deshalb sollten Sie genau wissen, wann Ihr Eisprung ist und zu diesem Zeitpunkt Geschlechtsverkehr haben. Somit maximieren sich Ihre Chancen auf eine natürliche Empfängnis.

Welche Faktoren beeinflussen die Fruchtbarkeit des Mannes?

Auch diese Faktoren lassen sich in drei Bereiche unterteilen:

  • Geringe Spermienanzahl oder schlechte Spermienqualität

    Wenn das männliche Ejakulat nicht die gewöhnliche Spermienanzahl aufweist, sind die Chancen, dass es zu einer Befruchtung einer Eizelle durch ein Spermium kommt, verringert. Ist die Spermienqualität schlecht, erreichen die Spermien möglicherweise nicht die Eizelle und können somit nicht die Membran durchdringen und die Eizelle befruchten. Wenn die Temperatur der Hoden zu sehr ansteigt, kann die Spermienproduktion eingeschränkt sein. Durch eine locker sitzende Unterwäsche kann Ihr Partner dafür sorgen, dass die Temperatur seiner Testikel nicht zu sehr ansteigt. Die Spermienzahl und -qualität kann durch einen einfachen Test, der bei Ihrem Arzt erhältlich ist, bestimmt werden.

  • Erektile Dysfunktion

    Wenn ein Mann aufgrund körperlicher oder psychologischer Probleme keine Erektion bekommt oder diese nicht aufrechterhalten kann, fällt ihm der Geschlechtsverkehr möglicherweise schwer. Auch dieses Problem ist behandelbar. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

  • Weitere Faktoren

    Zu den weniger verbreiteten Ursachen von Fertilitätsproblemen bei Männern zählt eine Blockade des Samenleiters, der die Spermien aus den Testikeln weiterleitet. Der Grund hierfür kann genetischer Natur sein oder auf Hormonprobleme oder andere Faktoren zurückzuführen sein. Ihr Arzt kann anhand von Tests die Ursache dieser Probleme feststellen.

Was führt zu einer beeinträchtigten Fruchtbarkeit?1

Lebenswandel

  • Konsum von Alkohol

    Sowohl die Fruchtbarkeit von Frauen als auch von Männern kann durch einen zu hohen Alkoholkonsum beeinträchtigt werden. Klinische Richtlinien des Vereinigten Königreichs empfehlen maximal 1 bis 2 Alkoholeinheiten pro Tag für Frauen und 3 bis 4 Alkoholeinheiten pro Tag für Männer, egal ob Sie schwanger werden möchten oder nicht. Eine Verringerung der von Ihnen konsumierten Alkoholmenge kann allerdings Ihre Chancen erhöhen, schwanger zu werden.

  • Rauchen

    Im Vergleich zu Nichtrauchern weisen Männer, die rauchen, möglicherweise eine geringere Spermienanzahl und/oder eine höhere Zahl abnormer Spermien auf. Bei Frauen kann sich Rauchen auf die Fruchtbarkeit auswirken und eine frühe Menopause auslösen. Darüber hinaus kann es das Risiko einer Fehlgeburt erhöhen sowie frühe Wehen auslösen. Rauchen ist sehr schädlich für die Gesundheit Ihres ungeborenen Babys und Sie sollten bereits mit dem Rauchen aufhören, bevor Sie schwanger werden.

    Sowohl Sie als auch Ihr Partner sollten versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, wenn Sie schwanger werden möchten.

  • Freizeitdrogen

    Es gibt viele unterschiedliche Arten von Freizeitdrogen/illegaler Drogen, die heutzutage konsumiert werden. Ihre Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit wurden bisher nicht ausreichend untersucht. Wie viele Drogen können auch diese Drogen sich negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken. Aus diesem Grund sollten Sie den Konsum von Freizeitdrogen/illegaler Drogen umgehend einstellen, wenn Sie versuchen, schwanger zu werden.

Gewicht

Über- oder Untergewicht kann Ihren Menstruationszyklus verändern und die Chancen einer Schwangerschaft verringern. Übergewichtige Männer haben eine niedrige Spermienanzahl und eine schlechte Spermienqualität. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer medizinischen Fachkraft über Ihr Idealgewicht und gegebenenfalls über Möglichkeiten der Gewichtszunahme bzw. -abnahme.

Medikamente

Wenn Sie oder Ihr Partner Arzneimittel einnehmen, klären Sie mit Ihrem Arzt ab, dass diese Medikamente nicht zu einer Verringerung Ihrer Fruchtbarkeit führt. Möglicherweise gibt es auch Alternativen.

Alter

Bei Ihrer Geburt haben Sie genügend Eizellen, die für Ihrer ganzes Leben ausreichen. Die Anzahl der Eizellen nimmt mit dem Alter graduell ab. Ab einem Alter von 38 bis 40 Jahren nimmt diese Zahl schneller ab und auch die Qualität Ihrer Eizellen verringert sich. Wenn Sie älter als 35 sind, sollten Sie nachdem Sie etwa sechs Monate versucht haben, schwanger zu werden, einen Arzt aufsuchen. Wenn Sie über 40 Jahre alt sind, sollten Sie sich von Ihrem Arzt bezüglich einer Schwangerschaft beraten lassen. Über die Fruchtbarkeit älterer Männer ist weitaus weniger bekannt. Allerdings weiß man, dass sie ab einem Alter von 40 Jahren ebenfalls abnimmt.

Nicht erklärbare Unfruchtbarkeit

Manchmal weisen alle klinischen Tests normale Werte auf und Sie werden trotzdem nicht schwanger, obwohl Sie es bereits mehrere Jahre versuchen. Eine solche Situation kann sehr frustrierend und belastend sein, da es keine offensichtliche Ursache dafür gibt, die behandelt werden könnte. Es wird angenommen, dass circa ein Drittel aller Frauen, die sich in einer Partnerschaft mit nicht erklärbarer Unfruchtbarkeit befinden, innerhalb von drei Jahren ohne medizinische Intervention schwanger wird2.

Was ist unter Subfertilität und Infertilität (Unfruchtbarkeit) zu verstehen?

Die Mehrheit der Paare, die seit über zwei Jahren erfolglos versuchen, schwanger zu werden, werden als „subfertil“ bezeichnet. Obwohl ein Eisprung stattfindet und die Spermienproduktion funktioniert, kann es vorkommen, dass solche Paare aufgrund hormoneller oder körperlicher Probleme beim Geschlechtsverkehr nicht schwanger werden. Viele Fertilitätsprobleme sind behandelbar. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Vollständige Unfruchtbarkeit – die Frau hat überhaupt keinen Eisprung oder das Ejakulat des Mannes enthält keine Spermien. Dieser Fall kommt zwar selten vor, allerdings hat eine Studie ergeben, dass dies allerdings 9 % der Bevölkerung betrifft3.

Bei Fertilitätsproblemen ist die Ursache dafür etwa in einem Drittel der Fälle auf die Frau, in einem Drittel der Fälle auf den Mann und in einem Drittel der Fälle auf ein Kompatibilitätsproblem oder eine Kombination aus Problemen zurückzuführen4.

Wenn Sie seit einem Jahr erfolglos versuchen, schwanger zu werden, und Sie unter 35 sind, empfehlen wir Ihnen, sich von Ihrem Arzt beraten zu lassen. Wenn Sie älter als 35 Jahre sind, sollten Sie sich nach 6 Monaten ärztlichen Rat einholen. Sprechen Sie von Anfang an mit Ihrem Arzt, wenn Sie über 40 Jahre alt sind und schwanger werden möchten.